Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Multiple Sklerose (MS) erleben oft Phasen, in denen Körper, Alltag und Zukunft unsicher erscheinen. Diagnose, Behandlung, Symptome oder Einschränkungen können das Gefühl verstärken, ausgeliefert und ohnmächtig zu sein. Gerade in solchen Zeiten ist das Gefühl der Selbstwirksamkeit – also das Vertrauen darauf, mit der Krankheit und ihren Folgen aktiv umgehen zu können – von zentraler Bedeutung.
Themen in diesem Beitrag
Nach meinem Verständnis von Coaching können Menschen ihre inneren Ressourcen stärken und entwickeln – auch wenn ihnen das im Moment oft nicht bewusst ist. Coaching unterstützt dabei, diese Fähigkeiten sichtbar zu machen und nutzbar zu gestalten. Ein vertieftes Arbeiten an Selbstwirksamkeit kann helfen, die eigene Rolle neu zu definieren und wieder Kontrolle und Selbstbestimmung zu erleben.
Warum Selbstwirksamkeit wichtig ist
Selbstwirksamkeit bedeutet, überzeugt zu sein, dass man Herausforderungen mit den eigenen Fähigkeiten meistern und eigene Ziele erreichen kann.
Studien zeigen: Eine starke Selbstwirksamkeitserwartung hilft nicht nur, Alltagsprobleme zu bewältigen, sondern auch Krisen zu meistern – und sie senkt das Risiko für psychische Belastungen wie Ängste oder depressive Symptome.
Gerade bei chronischen Erkrankungen wie MS, wo Körper und Psyche oft stark beansprucht sind, kann Selbstwirksamkeit ein entscheidender Schlüssel für Lebensqualität, Resilienz und aktive Selbststeuerung sein.
Das 6-Faktoren-Modell zur Stärkung von Selbstwirksamkeit
Das im Artikel «Selbstwirksamkeit stärken» im Coaching‑Magazin vorgestellte Modell (basierend auf der Arbeit von Monika Feichtinger und Miriam Wunder) identifiziert sechs zentrale Faktoren, die das Erleben von Selbstwirksamkeit stärken können.
- Selbstreflexion
Bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Gedanken, Emotionen und Verhaltensmustern. Reflexion hilft, Muster zu erkennen, Sinnzusammenhänge zu verstehen und neue Perspektiven einzunehmen. - Selbstwert
Wahrnehmung des eigenen Wertes – unabhängig von Funktion, Leistung oder Krankheit. Viele Menschen mit chronischer Erkrankung geraten in die Falle, sich über Symptome, Einschränkungen oder Leistungsfähigkeit zu definieren. Coaching kann helfen, destruktive Glaubenssätze zu hinterfragen und ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen. - Selbstbild
Die innere Vorstellung, wer ich bin – mit Stärken, Schwächen, Ressourcen und Grenzen. Biografie- und Wertearbeit kann helfen, ein realistisches und zugleich wertschätzendes Selbstbild zu entwickeln. Gerade bei chronischer Krankheit lohnt es sich zu reflektieren: Wer bin ich jenseits der Krankheit? Was macht mich aus? - Selbstvertrauen
Der Glaube an eigene Fähigkeiten – etwa, mit Krankheitssymptomen umzugehen, Entscheidungen zu treffen oder das Leben aktiv zu gestalten. Ressourceorientierte Ansätze, Mut-Stärkung, ein positiver Umgang mit Angst und Scham sowie sogar Körperhaltung und Körpersprache können dazu beitragen. - Selbstmitgefühl
Ein liebevoller, mitfühlender Blick auf sich selbst – gerade in belastenden Phasen. Statt sich zu kritisieren oder abzuwerten, übt man Empathie mit sich selbst. Achtsamkeit, Selbstakzeptanz und das Unterscheiden zwischen Person und Verhalten sind hier hilfreiche Elemente. - Selbstfürsorge
Bewusst spüren und wahrnehmen, was der Körper und die Seele brauchen – und dafür sorgen. Bei Krankheit besonders relevant: Regelmässige Pausen, Balance zwischen Aktivität und Ruhe, Aufmerksamkeit auf Energieräuber und Energielieferanten. Ein individuell abgestimmtes Selbstfürsorgekonzept kann entscheidend sein.
Wie Coaching bei chronischer Krankheit konkret wirken kann
Wenn Menschen mit MS sich ohnmächtig fühlen, liegt oft der Fokus auf Symptomen und Einschränkungen. Coaching mit einem Selbstwirksamkeitsfokus kann helfen, wieder auf das «Ich selbst» zu schauen – mit all seinen Ressourcen, Werten und Möglichkeiten. Beispiele:
- Durch Selbstreflexion entsteht Klarheit über Gedankenmuster: „Ich bin wertlos“, „Ich kann nichts beeinflussen“ → überschreiben mit „Ich habe Potentiale, auch wenn der Körper Schmerzen macht“
- Über Selbstbild- und Selbstwertarbeit kann erkannt werden: Krankheit definiert mich nicht – meine Identität, meine Werte und meine Lebensgeschichte machen mich aus.
- Selbstvertrauen wird gestärkt, wenn kleine Alltagshandlungen bewusst als Erfolg erlebt werden (zum Beispiel eine bewusste Entscheidung für Bewegung, Ernährung oder Entspannung).
- Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge helfen, den eigenen Körper und seine Grenzen wahrzunehmen – und dennoch in Würde und mit Selbstachtung zu leben.
Als Coach kann ich hier begleiten, ressourcenorientierte Ansätze zeigen, Reflexion unterstützen und helfen, ein individuelles Selbstwirksamkeitskonzept zu entwickeln.
Mein Angebot für Menschen mit chronischer Autoimmunerkrankung
Aufgrund meiner eigenen Erfahrung mit MS weiss ich, wie sehr sich Krankheit anfühlen kann wie Ausgeliefertsein. Deshalb liegt mir als Gesundheitscoach besonders am Herzen: Menschen zu stärken – nicht nur körperlich, sondern seelisch und psychisch.
Ich begleite dich dabei, deine inneren Ressourcen zu entdecken, dein Selbstbild zu klären und Selbstfürsorge zu leben – mit dem Ziel, dass du dich wieder als Gestalter deines Lebens wahrnimmst.
Wenn du Lust auf einen Austausch hast, melde dich – gerne schauen wir gemeinsam, welche der sechs Faktoren für dich gerade besonders wichtig sind.
Als Gesundheitscoach sehe ich meine Aufgabe darin, Menschen auf diesem Weg zu begleiten — damit sie nicht länger das Gefühl haben, ausgeliefert zu sein, sondern ihr Leben selbstbestimmt mitgestalten.
Dieser Beitrag wurde in Teilen mit Unterstützung einer KI erstellt und von mir redaktionell überarbeitet.
Foto von Vitaly Gariev auf Unsplash

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